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Was ist ein Messmikrofon? Umfassender Leitfaden zu Typen, Auswahl & Anwendungen
Ein Messmikrofon ist nicht einfach irgendein Mikrofon - es ist ein präziser akustischer Sensor, der für rückführbare, wiederholbare Schalldruckmessungen ausgelegt ist. Dieser Leitfaden erklärt, wie Messmikrofone funktionieren, welche Typen es gibt, welche Schlüsselspezifikationen zu vergleichen sind und wie Sie das richtige Modell für Ihre Anwendung auswählen.
Was ist ein Messmikrofon?
Ein Messmikrofon ist ein hochpräziser akustischer Wandler, der dafür ausgelegt ist, Schalldruck mit bekannter Genauigkeit in ein elektrisches Signal umzuwandeln. Im Gegensatz zu Studio- oder Consumer-Mikrofonen, die darauf ausgelegt sind, Audio "gut klingen zu lassen", ist ein Messmikrofon auf Wahrhaftigkeit ausgelegt - sein Ausgangssignal muss den tatsächlichen Schalldruck am Messpunkt getreu wiedergeben.
Die bestimmenden Merkmale eines Messmikrofons sind:
- Bekannte, stabile Empfindlichkeit (in mV/Pa angegeben), die auf nationale oder internationale Normale rückführbar ist
- Lineare, gut charakterisierte Frequenzantwort unter definierten Schallfeldbedingungen
- Großer Dynamikbereich mit geringer Verzerrung vom Rauschpegel bis zum maximalen Schalldruckpegel SPL
- Rückführbare Kalibrierung mithilfe von Kolbenfonen oder akustischen Kalibratoren
- Umgebungsstabilität - minimale Drifts infolge von Änderungen von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck
Praktisch gesehen ist ein Messmikrofon der vorderste Sensor in einer metrologischen Messkette. Alle Spezifikationen - vom Datenerfassungssystem bis zur Analysesoftware - hängen davon ab, dass das Mikrofon das akustische Umfeld korrekt abbildet.
Für einen detaillierteren Vergleich zwischen Mess- und Standardmikrofonen lesen Sie unseren Artikel: Unterschiede zwischen Messmikrofonen und normalen Mikrofonen.
Funktionsweise von Messmikrofonen
Das Kondensatorprinzip

Nahezu alle Messmikrofone sind Kondensator- (Kapazitäts-) Mikrofone. Der grundlegende Wandlungsmechanismus ist einfach, aber elegant:
- Eine dünne Metallmembran ist vor einer starren Rückplatte mit einem kleinen Luftspalt gespannt
- Membran und Rückplatte bilden einen Kondensator
- Wenn Schalldruck die Membran auslenkt, ändert sich der Spalt und damit die Kapazität
- Bei konstanter Ladung am Kondensator führt die Kapazitätsänderung zu einer proportionalen Spannungsänderung
Diese Spannungsänderung ist das Ausgangssignal des Mikrofons. Ein Vorverstärker, der sich typischerweise direkt hinter der Kapsel befindet, wandelt das hochohmige Signal des Kondensators in ein niederohmiges Signal um, das über Kabel zum Datenerfassungssystem übertragen werden kann.
Polarisation: Extern vs. vorpolarisiert

Das Kondensatorprinzip erfordert eine Polarisationsspannung, um die Ladung auf dem Kondensator aufrechtzuerhalten. Dafür gibt es zwei Ansätze:
Extern polarisierte Mikrofone erhalten ihre Polarisationsspannung (typischerweise 200 V) von einer externen Stromversorgung über den Vorverstärker. Diese Mikrofone gelten als Goldstandard für hochpräzise Labormessungen, weil:
- Die Polarisationsspannung stabil und eindeutig definiert ist
- Keine Alterungseffekte der Polarisationsquelle auftreten
- Die bestmögliche Langzeitstabilität erreicht wird
Vorpolarisierte (Elektret-) Mikrofone nutzen eine dauerhaft geladene PTFE- (Teflon-) Schicht auf der Rückplatte, um die Polarisation aufrechtzuerhalten. Vorteile sind unter anderem:
- Keine externe Polarisationsversorgung erforderlich - vereinfacht die Signalkette
- Höhere Beständigkeit gegenüber Feuchtigkeit (kein Risiko von Ladungsverlust bei hoher Luftfeuchtigkeit)
- Besser geeignet für Feldmessungen und raue Umgebungen
- Moderne vorpolarisierte Mikrofone erreichen eine mit extern polarisierten Modellen vergleichbare Genauigkeit
| Merkmal | Extern polarisiert | Vorpolarisiert |
|---|---|---|
| Polarisationsquelle | Externe 200-V-Versorgung | Eingebaute Elektretschicht |
| Am besten geeignet für | Labor- und Referenzmessungen | Feld- und Industrieeinsatz |
| Feuchtigkeitstoleranz | Empfindlich oberhalb von ca. 90 % r. F | Ausgezeichnet, selbst bei hoher Luftfeuchtigkeit |
| Langzeitstabilität | Ausgezeichnet | Sehr gut (moderne Designs) |
| Signalkette | Benötigt kompatible Stromversorgung | Funktioniert mit standardmäßigen IEPE/ICP-Vorverstärkern |
Der Vorverstärker
Der Vorverstärker ist eine kritische, aber oft übersehene Komponente. Er erfüllt zwei Aufgaben:
- Impedanzwandlung: Wandelt die extrem hohe Ausgangsimpedanz (~GΩ) des Mikrofons in eine niedrige Impedanz um, die für die Übertragung über Kabel geeignet ist
- Signalaufbereitung: Stellt die Versorgung für IEPE/ICP-Betrieb oder die Polarisationsspannung für extern polarisierte Kapseln bereit
Ein aufeinander abgestimmtes Mikrofon-Vorverstärker-Set stellt eine optimale Leistung sicher. Daher werden Messmikrofone häufig als komplette Sets mit passendem Vorverstärker angeboten - das kombinierte System wird als Einheit kalibriert und charakterisiert.
Typen von Messmikrofonen
Messmikrofone werden im Wesentlichen entlang zweier Achsen klassifiziert: nach dem Schallfeldtyp und nach der physikalischen Größe.
Nach Schallfeldtyp
Die Wahl des Mikrofontyps hängt von der akustischen Umgebung ab, in der gemessen wird.
Freifeldmikrofone
Ein Freifeldmikrofon ist dafür ausgelegt, Schall aus einer Richtung in einer reflexionsfreien Umgebung zu messen (z. B. in einem schalltoten Raum oder im Freien). Die Frequenzantwort des Mikrofons wird für die akustischen Beugungseffekte kompensiert, die durch seine eigene physische Präsenz im Schallfeld verursacht werden.
Einsatzgebiete: Außenmessungen, Messungen in schalltoten Räumen, Quellenidentifikation, Umweltlärmmessung - alle Szenarien, in denen der Schall überwiegend aus einer Richtung kommt.
Ausrichtung: Richten Sie das Mikrofon direkt auf die Schallquelle (0° Einfall).
Druckfeldmikrofone
Ein Druckfeldmikrofon misst den tatsächlichen Schalldruck an einer Oberfläche oder in einem geschlossenen Hohlraum. Es weist die möglichst linearste Frequenzantwort auf, wenn das Schallfeld über der Membran homogen ist - also in kleinen Hohlräumen, Kupplern oder an Oberflächen, in die das Mikrofon bündig eingebaut ist.
Einsatzgebiete: Kupplermessungen (Kopfhörer- und Ohrhörertests), Hörgerätemessungen, Messungen in kleinen Hohlräumen, bündige Oberflächenmessungen, Messungen der akustischen Impedanz.
Ausrichtung: Die Mikrofonmembran befindet sich auf der Messoberfläche oder innerhalb dieser.
Diffusfeldmikrofone
Ein Random-Incidence- (Diffusfeld-) Mikrofon ist für Umgebungen optimiert, in denen Schall gleichzeitig aus allen Richtungen eintrifft - etwa in Hallräumen. Seine Frequenzantwort ist ein gewichteter Mittelwert der Antworten über alle Einfallswinkel.
Einsatzgebiete: Messungen im Hallraum, Umweltlärm in stark reflektierenden Umgebungen, alle Situationen, in denen Schall aus vielen Richtungen eintrifft.
| Mikrofontyp | Schallfeld | Typische Anwendung | Ausrichtung |
|---|---|---|---|
| Freifeld | Schall aus einer Richtung | Außenlärm, Messungen im schalltoten Raum, Quellenidentifikation | Auf die Schallquelle ausrichten |
| Druckfeld | Gleichmäßiger Druck (Hohlraum) | Kupplertests, Kopfhörer, Hörgeräte | Bündig mit der Oberfläche |
| Random-Incidence | Schall aus allen Richtungen | Hallräume, diffuse Umgebungen | Beliebige Ausrichtung |

Nach physikalischer Größe
Messmikrofonkapseln sind in drei Standardgrößen erhältlich, die jeweils unterschiedliche Kompromisse mit sich bringen:
1-Zoll-Mikrofone
Die größte Standardgröße. Hohe Empfindlichkeit und niedriger Rauschpegel machen sie ideal für die Messung sehr leiser Umgebungen.
- Empfindlichkeit: ~50 mV/Pa (am höchsten)
- Frequenzbereich: Bis ca. 8-16 kHz
- Am besten geeignet für: Niederfrequenz- und Niedrigpegelmessungen, Umweltlärmmessung, Bau- und Raumakustik
- Einschränkung: Die große Baugröße begrenzt den oberen Frequenzbereich aufgrund von Beugungseffekten
1/2-Zoll-Mikrofone
Die am weitesten verbreitete Größe. Bietet einen guten Kompromiss zwischen Empfindlichkeit, Frequenzbereich und physikalischer Größe.
- Empfindlichkeit: ~12,5-50 mV/Pa
- Frequenzbereich: Bis 20-40 kHz
- Am besten geeignet für: Allgemeine akustische Messungen, NVH-Tests, Produktentwicklung und Schallpegelmesser
- Warum sie so beliebt sind: Ausreichend vielseitig für die meisten Anwendungen; passt in gängige Schallpegelmesser-Gehäuse
1/4-Zoll-Mikrofone
Die kleinste Standardgröße. Geringere Empfindlichkeit, aber der breiteste Frequenzbereich.
- Empfindlichkeit: ~1,6-16 mV/Pa
- Frequenzbereich: Bis 40-100 kHz
- Am besten geeignet für: Hochfrequenzmessungen, Ultraschallanwendungen, Messungen in kleinen Kupplern, Elemente akustischer Arrays
- Kompromiss: Höherer Eigenrauschpegel, daher sind höhere Schallpegel für genaue Messungen erforderlich

| Abmessungen | Empfindlichkeit (typisch) | Frequenzbereich | Dynamikbereich | Am besten geeignet für |
|---|---|---|---|---|
| 1 Zoll | 50 mV/Pa | 4 Hz-16 kHz | 15-146 dBA | Niederfrequente, leise Umgebungen |
| 1/2 Zoll | 12,5-50 mV/Pa | 3 Hz-40 kHz | 16-164 dBA | Allgemeine Anwendungen, NVH, SLM |
| 1/4 Zoll | 1,6-16 mV/Pa | 4 Hz-100 kHz | 32-174 dBA | Hochfrequenz, Ultraschall, Arrays |
Wichtige Spezifikationen im Detail
Beim Vergleich von Messmikrofonen sind folgende Spezifikationen besonders wichtig:
Empfindlichkeit
Die Empfindlichkeit definiert, wie viel elektrisches Ausgangssignal das Mikrofon für einen gegebenen Schalldruck erzeugt. Sie wird in mV/Pa (Millivolt pro Pascal) oder dB bezogen auf 1 V/Pa angegeben.
- Höhere Empfindlichkeit = besseres Signal-Rausch-Verhältnis bei niedrigen Schallpegeln
- Niedrigere Empfindlichkeit = höherer maximaler Schalldruckpegel vor dem Auftreten von Verzerrungen
- Es gibt immer einen Kompromiss zwischen Empfindlichkeit und maximalem SPL
Frequenzgang
Der Frequenzbereich, in dem das Mikrofon innerhalb eines typischen Toleranzbandes von ±2 dB oder ±1 dB genaue Messwerte liefert. Der nutzbare Bereich hängt ab von:
- Mikrofongröße (kleiner = größerer Bereich)
- Schallfeldtyp (Freifeldkompensation erweitert den nutzbaren Bereich)
- Montagekonfiguration
Dynamikbereich
Die Spanne zwischen dem niedrigsten messbaren Pegel (Rauschpegel) und dem höchsten Pegel vor Erreichen eines definierten Verzerrungsgrenzwerts (typisch 3 % THD). Ein größerer Dynamikbereich bedeutet, dass das Mikrofon eine größere Bandbreite an Messszenarien abdecken kann.
Eigenrauschen (äquivalenter Rauschpegel)
Das inhärente elektrische Rauschen des Mikrofons, angegeben als äquivalenter Schalldruckpegel in dBA. Je niedriger, desto besser - entscheidend für Messungen in sehr leisen Umgebungen.
- 1-Zoll-Mikrofone: ca. 15-18 dBA (am leisesten)
- 1/2-Zoll-Mikrofone: ca. 16-28 dBA
- 1/4-Zoll-Mikrofone: ca. 32-46 dBA
Stabilität und Temperaturkoeffizient
Langfristiger Empfindlichkeitsdrift und Empfindlichkeitsänderung mit der Temperatur. Wichtig für:
- Dauerhafte Überwachungsinstallationen (stationäre Außenmikrofone)
- Messungen in extremen Umgebungen (Motorprüfstände, Klimakammern)
- Sicherstellen, dass Messergebnisse über Monate oder Jahre vergleichbar bleiben
Einhaltung von IEC-Normen
Messmikrofone werden nach der Normenreihe IEC 61094 klassifiziert:
- IEC 61094-1: Primärkalibrierung nach dem Reziprozitätsverfahren
- IEC 61094-4: Spezifikationen für Gebrauchs-Normalmikrofone (Laboreinsatz)
- IEC 61094-5: Gebrauchs-Normalmikrofone für In-situ- (Feld-) Einsatz
Schallpegelmesser mit integrierten Messmikrofonen müssen die folgenden Normen einhalten:
- IEC 61672-1: Klasse 1 (Präzision) oder Klasse 2 (Allgemeinzweck)
So wählen Sie das richtige Messmikrofon aus

Schritt 1: Ihr Schallfeld bestimmen
| Ihr Messszenario | Empfohlener Typ |
|---|---|
| Außen-Umweltlärm | Freifeld |
| Messungen in der schalltoten Kammer | Freifeld |
| Kopfhörer-/Ohrhörer-Koppler | Druckfeld |
| Hörgerätetests | Druckfeld |
| Hallraum | Random-Incidence |
| Oberflächenmontage an einer Maschine | Druckfeld |
| Allgemeiner Fabriklärm | Freifeld oder Diffusfeld |
Schritt 2: Erforderlichen Frequenzbereich bestimmen
| Anwendung | Minimaler Frequenzbereich |
|---|---|
| Bau- und Raumakustik | 20 Hz-8 kHz |
| Umweltlärm | 20 Hz - 12,5 kHz |
| Allgemeine akustische Prüfungen | 20 Hz-20 kHz |
| NVH (Automobil) | 20 Hz-20 kHz |
| Elektroakustische Produktprüfungen | 20 Hz-40 kHz |
| Ultraschallmessungen | 20 Hz-100 kHz |
Schritt 3: Dynamikbereich an Ihre Umgebung anpassen
- Leise Umgebungen (Tonstudios, schalltote Kammern): Wählen Sie hochsensitive Mikrofone (50 mV/Pa, 1/2" oder 1") mit niedrigem Eigenrauschen
- Industrielle Umgebungen (Fertigungsbereiche, Motorprüfstände): Wählen Sie Mikrofone mit geringerer Empfindlichkeit (4-12,5 mV/Pa, 1/4" oder 1/2") und hohem maximalen SPL
- Breitbandanwendungen: Wählen Sie Mikrofone mit dem größtmöglichen Dynamikbereich
Schritt 4: Umgebungsbedingungen berücksichtigen
- Hohe Luftfeuchtigkeit oder Außeneinsatz: Vorpolarisierte Mikrofone werden empfohlen
- Extreme Temperaturen: Prüfen Sie den Betriebstemperaturbereich und den Temperaturkoeffizienten des Mikrofons
- Staubige oder nasse Umgebungen: Achten Sie auf IP-geschützte Lösungen (z. B. IP67 für NVH-Feldtests)
- Gefährliche Bereiche: Prüfen Sie gegebenenfalls auf ATEX-/IECEx-Zertifizierung
Schritt 5: Das Gesamtsystem bewerten
Ein Messmikrofon arbeitet nie allein. Berücksichtigen Sie:
- Vorverstärkerkompatibilität: Abgestimmte Sets sichern die spezifizierte Leistung
- Datenerfassungssystem: Eingangsimpedanz, Spannungsbereich und Abtastrate müssen passen
- Kalibrierinfrastruktur: Haben Sie Zugang zu einem Kolbenfon oder einem akustischen Kalibrator?
- Software-Ökosystem: Kann Ihre Analysesoftware Kalibrierdaten importieren und Korrekturen anwenden?
Anwendungen
Elektroakustische Produktprüfungen
Beim Testen von Lautsprechern, Kopfhörern, Ohrhörern und Hörgeräten werden Mikrofone benötigt, die den Frequenzgang, die Verzerrungen und die Richtwirkung des Prüflings präzise erfassen können. Druckfeldmikrofone werden in Kupplern (IEC-60318-Ohrsimulatoren) eingesetzt, während Freifeldmikrofone in schalltoten Räumen verwendet werden.
Automobil- und Luftfahrt-NVH
NVH-Ingenieurinnen und -Ingenieure (Noise, Vibration and Harshness) nutzen Messmikrofone, um Innenraumgeräusche zu charakterisieren, Geräuschquellen zu identifizieren, Dämmkonzepte zu bewerten und Übertragungsanalysen durchzuführen. Erforderlich sind ein großer Frequenzbereich, ein hoher Dynamikbereich und Robustheit für den Feldeinsatz.
Umwelt- und Gemeindelärmmessung
Langfristige Außenlärmmessstationen benötigen Mikrofone mit ausgezeichneter Stabilität über Monate oder Jahre, geringer Temperaturempfindlichkeit und hoher Beständigkeit gegen Feuchtigkeit, Regen und Wind. Windschutze und Wetterschutz-Zubehör sind unverzichtbar.
Qualitätskontrolle in der Produktion
In der Fertigung prüfen Messmikrofone, die in automatisierte Testsysteme integriert sind, ob jeder Lautsprecher, Kopfhörer oder jedes Mikrofon vor dem Versand die Spezifikationen erfüllt. Geschwindigkeit, Wiederholbarkeit und Konsistenz sind entscheidend - das Mikrofon muss über Tausende von Prüflingen pro Tag identische Ergebnisse liefern.
Bau- und Architekturakustik
Die Messung von Nachhallzeit, Schalldämmung und HLK-Geräuschen erfordert eine präzise Niederfrequenzwiedergabe und die Fähigkeit, in Diffusfeldbedingungen zu arbeiten. Diffusfeldmikrofone werden hierfür häufig bevorzugt.
Akustische Forschung und Normenlabore
Primäre und sekundäre Kalibrierlabore, Normungsorganisationen und universitäre Forschungsgruppen benötigen Mikrofone mit höchster Genauigkeit - typischerweise extern polarisierte Labor-Referenzkapseln, die nach dem Reziprozitätsverfahren kalibriert sind.
Schallquellenlokalisierung und Beamforming
Mikrofonarrays, wie sie in akustischen Kameras und Beamforming-Systemen eingesetzt werden, erfordern eine große Anzahl von Messmikrofonen mit eng tolerierter Empfindlichkeit und Phasenlage. Für Arrays werden aufgrund ihrer geringen Größe und des großen Frequenzbereichs bevorzugt 1/4-Zoll-Mikrofone eingesetzt. Weitere Informationen zur akustischen Bildgebung finden Sie in unserem Leitfaden zu akustischen Kameras.
Einhaltung von Lärmschutzvorschriften
Messungen zur Einhaltung von Vorschriften - Arbeitsplatzlärm (ISO 9612), Umweltlärm (ISO 1996), Produktgeräuschemission (ISO 3744/3745) - erfordern Messmikrofone der Klassen 1 oder 2 gemäß IEC 61672. Die Dokumentation der Kalibrier-Rückführbarkeit ist für die Konformitätsberichte zwingend erforderlich.
CRYSOUND Messmikrofon-Lösungen
Die Messmikrofone der CRY3000-Serie von CRYSOUND decken die gesamte Bandbreite an Größen, Schallfeldtypen und Anwendungen ab - von Laborreferenzmessungen bis hin zu robusten Feldtests.
Vollständige Größenabdeckung: 1/4", 1/2" und 1"
| Modell | Abmessungen | Feldtyp | Empfindlichkeit | Frequenzbereich | Anwendung |
|---|---|---|---|---|---|
| CRY3101-S01 | 1" | Freifeld | 50 mV/Pa | 4 Hz-16 kHz | Niederfrequente, leise Umgebungen |
| CRY3203-S01 | 1/2" | Freifeld | 50 mV/Pa | 3,15 Hz - 20 kHz | Allgemeine akustische Prüfungen |
| CRY3261‑S02 | 1/2" | Freifeld | 450 mV/Pa | 10 Hz-16 kHz | Ultrahohe Empfindlichkeit |
| CRY3201-S01 | 1/2" | Freifeld | 12.5 mV/Pa | 3,15 Hz - 40 kHz | Erweiterter Hochfrequenzbereich |
| CRY3401-S01 | 1/4" | Freifeld | 15.8 mV/Pa | 4 Hz-40 kHz | Hochfrequenztests |
| CRY3403-S01 | 1/4" | Freifeld | 4 mV/Pa | 4 Hz-90 kHz | Ultraschallmessungen |
| CRY3202-S01 | 1/2" | Schalldruck | 12.5 mV/Pa | 3,15 Hz - 20 kHz | Kuppler- und Hohlraummessungen |
| CRY3402 | 1/4" | Schalldruck | 1.6 mV/Pa | 4 Hz-100 kHz | Hochfrequentes Druckfeld |
| CRY3406-S01 | 1/4" | Schalldruck | 15.8 mV/Pa | 4 Hz-40 kHz | Rauscharmes Druckfeld |
CRY3213: Speziell für NVH entwickelt
Das CRY3213 NVH-Messmikrofon wurde speziell für die anspruchsvollen Bedingungen der automobilen und industriellen NVH-Prüfung entwickelt:
- IP67-Schutz: Vollständig staubdicht und wasserdicht - arbeitet zuverlässig in Motorräumen, auf Teststrecken und in Klimakammern
- Erweiterter Temperaturbereich: -50 °C bis 125 °C und damit geeignet für extreme Kalt- und Heißtests
- Freifeldfrequenzgang: 3,15 Hz bis 20 kHz, optimiert für den relevanten Frequenzbereich von Innenraumgeräusch, Antriebsstrang-NVH und Reifengeräuschen
- 50 mV/Pa Empfindlichkeit: Hoch genug für leise Innenraummessungen, robust genug für Motorgeräusche
Abgestimmte Mikrofon-Vorverstärker-Sets
Jedes Messmikrofon-Set von CRYSOUND enthält einen abgestimmten Vorverstärker, der im Werk als komplettes System kalibriert wird. So entfällt das Rätselraten beim Kombinieren von Mikrofonen und Vorverstärkern unterschiedlicher Herkunft, und es wird sichergestellt, dass kombinierter Frequenzgang, Rauschpegel und Dynamikbereich den veröffentlichten Spezifikationen entsprechen.
Kalibrierung und Rückführbarkeit
Alle Messmikrofone von CRYSOUND werden mit individuellen Kalibrierzertifikaten ausgeliefert, die auf nationale Normale rückführbar sind. Für eine langfristige Messsicherheit lesen Sie unseren Leitfaden zur Kalibrierung von Messmikrofonen.
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Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einem Messmikrofon und einem normalen Mikrofon?
Ein Messmikrofon ist auf Genauigkeit und Rückführbarkeit ausgelegt - sein Ausgangssignal muss den Schalldruck am Messpunkt wahrheitsgetreu wiedergeben. Ein herkömmliches Mikrofon ist auf Klangqualität optimiert, häufig mit bewusst geformter Frequenzkurve, um Sprachverständlichkeit oder musikalischen Klang zu verbessern. Für einen ausführlichen Vergleich lesen Sie Messmikrofone vs. normale Mikrofone.
Muss ich mein Messmikrofon kalibrieren?
Ja. Regelmäßige Kalibrierung - mindestens vor jeder Messsitzung mit einem akustischen Kalibrator - stellt sicher, dass Ihre Ergebnisse genau und rückführbar sind. Periodische Laborkalibrierungen (typischerweise jährlich) überprüfen die Langzeitstabilität. Erfahren Sie mehr über die Mikrofonkalibrierung.
Kann ich ein 1/2-Zoll-Mikrofon für Ultraschallmessungen verwenden?
Standard-1/2-Zoll-Mikrofone erreichen typischerweise nur 20-40 kHz und sind damit für viele Ultraschallanwendungen nicht ausreichend. Für Messungen oberhalb von 40 kHz wird ein 1/4-Zoll-Mikrofon empfohlen - Modelle wie das CRY3403 erreichen 90 kHz, während das CRY3402 bis 100 kHz reicht.
Was bedeuten "Freifeld" und "Druckfeld"?
Ein Freifeldmikrofon ist für die Messung von Schall ausgelegt, der aus einer Richtung im freien Schallfeld eintrifft. Ein Druckfeldmikrofon ist für die Messung von Schalldruck in geschlossenen Hohlräumen oder an Oberflächen optimiert. Der Unterschied liegt in der Art, wie das Mikrofon akustische Beugungseffekte bei hohen Frequenzen kompensiert.
Wie entscheide ich zwischen extern polarisiert und vorpolarisiert?
Für Laborreferenzmessungen in kontrollierten Umgebungen bieten extern polarisierte Mikrofone die beste Langzeitstabilität. Für Feldmessungen, industrielle Anwendungen oder Umgebungen mit hoher Luftfeuchtigkeit sind vorpolarisierte Mikrofone praktischer und - in modernen Ausführungen - genauso genau.
Welche IP-Schutzart benötige ich für Außen- oder Industrieeinsatz?
Für NVH-Feldtests und Außenmessungen bietet IP67 (staubdicht, wasserdicht) den besten Schutz. Das CRY3213 ist speziell für diese Bedingungen ausgelegt. Für den allgemeinen Laboreinsatz ist eine IP-Schutzart in der Regel nicht erforderlich.
Benötigen Sie Hilfe bei der Auswahl des richtigen Messmikrofons für Ihre Anwendung? Kontaktieren Sie CRYSOUND für eine fundierte Beratung auf Basis Ihrer spezifischen Messanforderungen.
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